ChatGPT kann für Websites eine zusätzliche Quelle qualifizierter Besucher sein. Damit Inhalte in passenden Antworten berücksichtigt oder über Suchfunktionen auffindbar werden, muss ein Betreiber jedoch zunächst verstehen, welche automatisierten Zugriffe überhaupt beteiligt sind. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem OAI-SearchBot, dem GPTBot und nutzerinitiierten Abrufen durch ChatGPT.
Gleichzeitig reicht ein Blick in Google Analytics nicht immer aus, um ChatGPT-Traffic eindeutig zu erkennen. Referral-Daten können fehlen, Quellen können anders gruppiert werden und ein Bot-Besuch ist nicht automatisch ein echter Nutzerbesuch. Wer den Erfolg seriös bewerten möchte, sollte deshalb die robots.txt, Webserver-Logs, Webanalyse und eigene Kampagnenparameter gemeinsam betrachten.
Dieser Beitrag zeigt, wie die Freigabe des OAI-SearchBot technisch funktioniert, welche Rolle der ChatGPT Crawler spielt und wie sich Zugriffe aus ChatGPT möglichst belastbar messen lassen. Da sich technische Bezeichnungen, Crawling-Verhalten und Auswertungsmöglichkeiten ändern können, sollten Betreiber zusätzlich die jeweils aktuelle Dokumentation der beteiligten Dienste prüfen.
Was ist der OAI-SearchBot?
Der OAI-SearchBot ist ein automatisierter Crawler von OpenAI, der nach der derzeit üblichen Einordnung für Suchfunktionen und Suchergebnisse von OpenAI eingesetzt wird. Seine Aufgabe ist nicht identisch mit der des GPTBot. Ein Crawler ruft öffentlich erreichbare Seiten ab, liest deren Inhalte und kann diese Informationen in einem technischen Index oder einer Suchinfrastruktur berücksichtigen.
Für Website-Betreiber ist vor allem die Funktion entscheidend: Wer den OAI-SearchBot zulässt, signalisiert über die robots.txt grundsätzlich, dass dieser Bot Seiten crawlen darf. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Seite garantiert in ChatGPT-Antworten erscheint oder dass daraus automatisch Besucher entstehen. Zwischen dem Abruf einer URL, ihrer Verarbeitung, einer möglichen Sichtbarkeit und einem späteren Klick liegen mehrere technische Schritte.
OAI-SearchBot, GPTBot und ChatGPT-User unterscheiden
Die verschiedenen User-Agents sollten nicht pauschal unter dem Begriff ChatGPT Crawler zusammengefasst werden. Sie stehen für unterschiedliche Anwendungsfälle:
- OAI-SearchBot: Er wird im Zusammenhang mit Suchfunktionen und Suchergebnissen von OpenAI beschrieben.
- GPTBot: Dieser Bot wird häufig im Zusammenhang mit der möglichen Verwendung öffentlich zugänglicher Inhalte zur Verbesserung oder zum Training von Modellen genannt. Die konkreten Richtlinien und Einsatzbedingungen können sich ändern.
- ChatGPT-User: Dieser User-Agent kann bei Abrufen auftreten, die durch eine konkrete Nutzeranfrage ausgelöst werden. Er ist nicht ohne Weiteres mit einem dauerhaft indexierenden Suchcrawler gleichzusetzen.
Diese Trennung ist für die robots.txt wichtig. Eine Website kann Suchcrawling erlauben, aber andere automatisierte Zugriffe einschränken. Ob diese Differenzierung zur eigenen Inhaltsstrategie, zu rechtlichen Vorgaben und zu den Erwartungen an Reichweite und Datennutzung passt, sollte vor der Umsetzung geprüft werden.
Warum die robots.txt für ChatGPT wichtig ist
Die Datei robots.txt liegt normalerweise im Wurzelverzeichnis einer Domain, beispielsweise unter https://www.beispiel.de/robots.txt. Sie enthält Regeln für automatisierte Crawler. Mit den Direktiven User-agent, Allow und Disallow kann ein Website-Betreiber festlegen, welche Bereiche ein bestimmter Bot abrufen darf.
Die robots.txt ist kein Zugriffsschutz. Sie ersetzt weder eine Authentifizierung noch eine Firewall und verhindert nicht zuverlässig, dass ein nicht kooperierender Client Inhalte abruft. Seriöse Crawler orientieren sich jedoch normalerweise an den dort veröffentlichten Regeln. Für vertrauliche Inhalte sind deshalb technische Zugriffskontrollen erforderlich.
Eine einfache Freigabe für den OAI-SearchBot
Wer den OAI-SearchBot grundsätzlich für die gesamte Website freigeben möchte, kann eine Regel in dieser Form verwenden:
User-agent: OAI-SearchBot Allow: /Die Schreibweise ist bewusst einfach gehalten. Allow: / erlaubt alle Pfade, sofern keine speziellere Regel entgegensteht. Bestehen bereits Regeln für bestimmte Verzeichnisse oder einzelne Dateien, muss die gesamte Datei betrachtet werden. Eine einzelne neue Zeile hebt komplexere oder widersprüchliche Regeln nicht automatisch sinnvoll auf.
Bestimmte Bereiche ausschließen
Administrationsbereiche, interne Suchseiten, Warenkorbinhalte oder technische Endpunkte sollten in der Regel nicht für Suchcrawler geöffnet werden. Eine beispielhafte Struktur könnte so aussehen:
User-agent: OAI-SearchBot Disallow: /admin/ Disallow: /intern/ Disallow: /suche/ Allow: /Die konkrete Konfiguration hängt von der URL-Struktur der Website ab. Verzeichnisse dürfen nur ausgeschlossen werden, wenn dadurch keine wichtigen öffentlichen Inhalte versehentlich blockiert werden. Außerdem sollte geprüft werden, ob die Website Inhalte über alternative URLs, Parameter oder Subdomains ausliefert.
OAI-SearchBot und andere Bots getrennt steuern
Eine gezielte Steuerung kann beispielsweise so aussehen:
User-agent: OAI-SearchBot Allow: / User-agent: GPTBot Disallow: / User-agent: * Disallow: /admin/Dieses Beispiel ist nur ein Ausgangspunkt. Es legt eine ausdrückliche Regel für den OAI-SearchBot an, eine andere für den GPTBot und eine allgemeine Regel für nicht näher benannte User-Agents. In der Praxis können Parser, Prioritätsregeln und bestehende CMS-Einstellungen die Auswertung beeinflussen. Nach jeder Änderung sollte die Datei auf Syntaxfehler, unbeabsichtigte Blockaden und die tatsächliche Auslieferung geprüft werden.
Robots.txt für ChatGPT richtig prüfen
Eine korrekte Freigabe besteht nicht nur darin, die Datei zu bearbeiten. Entscheidend ist, was ein Bot tatsächlich unter der richtigen URL erhält. Die robots.txt muss öffentlich erreichbar sein, mit dem Statuscode 200 ausgeliefert werden und darf nicht durch eine Weiterleitung auf eine Fehlerseite oder eine HTML-Fehlermeldung ersetzt werden.
Technische Checkliste
- Die Datei liegt im Root-Verzeichnis der betreffenden Domain.
- Die URL verwendet das passende Protokoll, insbesondere bei getrennten HTTP- und HTTPS-Varianten.
- Die Antwort enthält reinen Text und keinen vollständigen HTML-Fehlerbildschirm.
- Der Server liefert keine unerwartete Weiterleitung, Blockade oder Authentifizierungsabfrage.
- Die Regeln enthalten keine widersprüchlichen oder versehentlich zu weit gefassten Disallow-Direktiven.
- CDN, WAF, Hosting und Sicherheits-Plugins blockieren den relevanten User-Agent nicht zusätzlich.
- Die wichtigsten öffentlichen Inhalte sind aus Sicht des Crawlers erreichbar.
Ein Browser-Aufruf zeigt, was die Datei ausliefert. Zusätzlich können Kommandozeilenwerkzeuge oder Server-Logs helfen, HTTP-Status, Weiterleitungen und Antwortzeiten zu prüfen. Für eine belastbare Kontrolle ist es sinnvoll, die robots.txt nach Änderungen erneut von einem externen Netz und über die produktive Domain abzurufen.
Freigabe allein garantiert keinen ChatGPT-Traffic
Die Freigabe des OAI-SearchBot wird gelegentlich mit einer Garantie für mehr Sichtbarkeit verwechselt. Eine solche Schlussfolgerung ist nicht zulässig. Der Bot kann eine Seite abrufen, ohne dass sie anschließend in einer Antwort genannt wird. Ebenso kann eine Seite in einer Antwort berücksichtigt werden, ohne dass daraus ein messbarer Besuch entsteht.
Mehrere Faktoren beeinflussen die tatsächliche Sichtbarkeit: die Qualität und Aktualität des Inhalts, seine thematische Passung, die technische Erreichbarkeit, die Vertrauenssignale der Website und die konkrete Suchanfrage. Außerdem entscheidet ein System nicht allein anhand der robots.txt, welche Quellen für eine Antwort geeignet sind. Die Datei ist also eine Zugangsvoraussetzung für einen bestimmten Crawler, aber kein Ranking- oder Reichweitenversprechen.
Auch die umgekehrte Annahme ist problematisch: Wenn im Server-Log kein häufiger OAI-SearchBot-Abruf erscheint, bedeutet das nicht automatisch, dass keine Nutzer über ChatGPT kommen. Crawler-Aktivität und verweisender Nutzer-Traffic sind zwei unterschiedliche Messgrößen.
ChatGPT-Traffic messen: Welche Datenquellen sind sinnvoll?
Wer Zugriffe aus ChatGPT messen möchte, sollte mehrere Datenquellen kombinieren. Keine einzelne Quelle ist unter allen technischen Bedingungen vollständig.
1. Webanalyse mit GA4 oder vergleichbaren Systemen
In einer Webanalyse lassen sich Sitzungen, Einstiegsseiten, Ereignisse, Conversions und gegebenenfalls Quellen und Medien untersuchen. Je nach Weiterleitung, Browser, Einwilligungsstatus und Implementierung kann ein Besuch als Referral, Direct oder unter einer anderen Quelle erscheinen.
Eine typische Auswertung beginnt mit der Dimension Session source oder einer vergleichbaren Quellenangabe. Suchen können Betreiber nach Einträgen, die auf ChatGPT oder eine OpenAI-Domain hinweisen. Die genaue Bezeichnung ist nicht garantiert und kann sich durch technische Änderungen der verweisenden Seiten oder durch automatische Kampagnenparameter verändern.
Zusätzlich lohnt sich die Betrachtung der Landingpages. Wenn bestimmte ausführliche Ratgeber besonders häufig mit Sitzungen aus einer vermuteten ChatGPT-Quelle beginnen, kann das ein Hinweis auf ihre Sichtbarkeit sein. Für eine belastbare Bewertung sollten jedoch Conversions, Engagement und wiederkehrende Besuche getrennt betrachtet werden.
2. Server- und CDN-Logs
Server-Logs zeigen, welche Requests tatsächlich beim Webserver oder CDN angekommen sind. Sie können User-Agent, Zeitpunkt, angeforderte URL, HTTP-Status, IP-bezogene Informationen und teilweise den Referrer enthalten. Für die Analyse des OAI-SearchBot sind sie besonders hilfreich, weil sie Bot-Abrufe unabhängig von JavaScript, Cookie-Einwilligung und blockierter Webanalyse sichtbar machen.
Bei der Interpretation ist Vorsicht erforderlich. User-Agents können gefälscht werden, IP-Adressen können sich ändern und ein Referrer fehlt häufig. Ein Logeintrag mit dem Text OAI-SearchBot ist daher ein Indiz, aber kein alleiniger Beweis für die Identität des Clients. Für sicherheitsrelevante Entscheidungen sollten Betreiber zusätzliche technische Prüfungen und die jeweils verfügbaren offiziellen Hinweise berücksichtigen.
3. Search Console und andere Suchdaten
Google Search Console oder vergleichbare Werkzeuge können zeigen, wie Inhalte in klassischen Suchsystemen gefunden werden. Sie messen jedoch nicht automatisch alle Besuche aus ChatGPT. Ein möglicher Anstieg organischer Sichtbarkeit kann verschiedene Ursachen haben und darf nicht ohne weitere Daten ChatGPT zugeschrieben werden.
4. UTM-Parameter und kontrollierte Kampagnenlinks
Wenn ein Unternehmen selbst Links in ChatGPT-Dialogen, eigenen Assistenten oder dokumentierten Kampagnen verwendet, können UTM-Parameter eine saubere Zuordnung ermöglichen. Dafür müssen die Links mit einer einheitlichen Benennung erzeugt und in der Webanalyse korrekt verarbeitet werden.
Bei allgemeinen Antworten von ChatGPT hat der Website-Betreiber jedoch normalerweise keinen Einfluss darauf, ob und welche Parameter an einen Link angehängt werden. UTM-Parameter sind deshalb eine gute Ergänzung für kontrollierte Verteilung, aber kein vollständiger Standard zur Messung sämtlicher ChatGPT-Besuche.
ChatGPT-Referral in Analytics richtig interpretieren
Ein verweisender Besuch kann in Analytics als chatgpt.com, als andere OpenAI-nahe Domain, als Referral ohne klare Bezeichnung oder als Direct Traffic erscheinen. Welche Variante eintritt, hängt unter anderem davon ab, wie der Link geöffnet wird, ob der Browser den Referrer übermittelt, ob Redirects beteiligt sind und wie die Analyseplattform die Quelle klassifiziert.
Für eine seriöse Auswertung empfiehlt sich ein wiederholbarer Analyseprozess:
- Definieren Sie, welche Quellen und Medien als möglicher ChatGPT-Traffic gelten.
- Erstellen Sie eine eigene explorative Auswertung oder ein Segment in der Webanalyse.
- Prüfen Sie Landingpages, Sitzungsqualität und Conversion-Ereignisse getrennt.
- Vergleichen Sie die Ergebnisse mit Server-Logs und gegebenenfalls CDN-Daten.
- Dokumentieren Sie den Analysezeitraum und Änderungen an Tracking, Consent-Banner oder URL-Struktur.
- Bewerten Sie Trends über mehrere Zeiträume statt einzelne Besuche isoliert zu interpretieren.
Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Nutzerbesuchen und automatisierten Requests. Ein hoher Anteil an Crawler-Abrufen kann die Serverlast erhöhen, aber keine einzige Sitzung in einer JavaScript-basierten Webanalyse auslösen. Umgekehrt können echte ChatGPT-Empfehlungen im Direct-Kanal landen und dort mit anderen Einstiegen vermischt werden.
Ein praktikables Messkonzept für Websites
Ein kleines, aber durchdachtes Messkonzept ist meist sinnvoller als eine unübersichtliche Sammlung einzelner Filter. Es sollte drei Ebenen verbinden:
Ebene 1: Zugänglichkeit
Prüfen Sie, ob die gewünschten Inhalte technisch erreichbar sind. Dazu gehören robots.txt, HTTP-Status, Canonical-Angaben, interne Verlinkung, Ladezeiten und mögliche Blockaden durch Sicherheitsdienste. Diese Ebene beantwortet die Frage, ob ein Crawler die Inhalte grundsätzlich abrufen kann.
Ebene 2: Crawling
Analysieren Sie Webserver- oder CDN-Logs nach bekannten User-Agents und betrachten Sie Abrufhäufigkeit, Statuscodes und betroffene URLs. Achten Sie dabei auf Fehlerraten, übermäßige Parameter-Varianten und Ressourcen, die nicht gecrawlt werden sollten.
Ebene 3: Wirkung
Messen Sie tatsächliche Sitzungen, Engagement und Conversions in der Webanalyse. Ergänzen Sie die Quellenanalyse durch qualitative Signale, beispielsweise Anfragen über Kontaktformulare oder die Frage, wie Besucher auf das Unternehmen aufmerksam wurden. Solche Angaben sind nicht vollständig, können aber Hinweise liefern, die in den technischen Daten fehlen.
Die drei Ebenen verhindern einen häufigen Denkfehler: Crawl-Aktivität wird nicht mit Sichtbarkeit und Sichtbarkeit nicht mit wirtschaftlichem Erfolg gleichgesetzt.
Häufige Fehler bei robots.txt und Messung
Alles über den Wildcard-User-Agent steuern
Eine allgemeine Regel für User-agent: * kann den OAI-SearchBot je nach Regelstruktur mitbetreffen oder gewünschte Ausnahmen unklar machen. Wer bestimmte Bots differenziert behandeln möchte, sollte die Regeln übersichtlich und nachvollziehbar aufbauen.
Disallow mit Datenschutz verwechseln
Ein Disallow-Eintrag ist kein Schutz vor Veröffentlichung. Sensible Inhalte gehören nicht in den öffentlich erreichbaren Bereich oder müssen durch Authentifizierung und Zugriffskontrollen geschützt werden.
Jeden Logeintrag als echten Botnachweis ansehen
User-Agent-Felder sind nicht fälschungssicher. Sie sollten mit weiteren Indizien bewertet werden. Bei auffälligem Verhalten helfen Rate-Limits, Firewall-Regeln und die Auswertung von Request-Mustern.
Nur nach Referral-Quellen suchen
Wenn lediglich eine einzelne Quelle in Analytics geprüft wird, bleiben Direct-Einstiege, fehlende Referrer und nicht erfasste Besuche unberücksichtigt. Landingpage- und Conversion-Analysen liefern zusätzliche Perspektiven.
Den Erfolg an Bot-Abrufen messen
Viele Abrufe zeigen weder, dass Inhalte empfohlen wurden, noch dass Nutzer die Website besucht haben. Entscheidend sind die Geschäftsziele: qualifizierte Anfragen, Verkäufe, Newsletter-Anmeldungen oder andere definierte Conversions.
Erfahrungen aus der Praxis
In der praktischen Website-Administration zeigen sich einige wiederkehrende Anwendungssituationen. Sie lassen sich aus der Funktionsweise von robots.txt, Webserver-Logs und Webanalyse ableiten, ohne einzelne Kundenerlebnisse oder nicht überprüfbare Erfolgszahlen zu behaupten.
Bei redaktionellen Websites wird häufig zunächst die robots.txt angepasst, während die Wirkung anschließend in den Server-Logs kontrolliert wird. Dabei zeigt sich typischerweise, dass eine Freigabe nicht sofort zu regelmäßigen Abrufen jeder URL führt. Crawler arbeiten selektiv und berücksichtigen technische sowie inhaltliche Signale. Deshalb ist es sinnvoll, nicht nur die Startseite, sondern auch zentrale Ratgeber, Kategorien und wichtige Aktualisierungsdaten zu beobachten.
Bei Onlineshops ist die Abgrenzung besonders wichtig. Produktseiten können für Suchzwecke öffentlich sein, während Warenkorb-, Konto- und interne Suchseiten ausgeschlossen werden sollten. In Logs tauchen außerdem häufig URL-Parameter auf. Ohne saubere Regeln können dadurch viele nahezu identische Varianten angefragt werden, obwohl sie keinen zusätzlichen Informationswert bieten.
Bei Unternehmenswebsites mit Consent-Management unterscheiden sich Logdaten und Analyticsdaten regelmäßig. Ein Server-Log kann einen Request dokumentieren, obwohl kein Analytics-Event ausgelöst wurde. Umgekehrt kann ein Analytics-Eintrag durch Redirects oder zwischengespeicherte Kampagnenparameter anders aussehen als erwartet. Diese Abweichung ist kein Widerspruch, sondern eine Folge unterschiedlicher Messsysteme.
Bei der Fehlersuche hat sich eine schrittweise Prüfung bewährt: zuerst die öffentlich ausgelieferte robots.txt, danach HTTP-Status und Server-Logs, anschließend die Webanalyse. Werden alle drei Ebenen gleichzeitig verändert, ist später kaum festzustellen, welche Änderung eine Beobachtung verursacht hat. Eine dokumentierte Versionierung von robots.txt und Tracking-Konfiguration erleichtert die Nachvollziehbarkeit.
Praktisch relevant ist außerdem die regelmäßige Kontrolle nach Relaunches, Domainumzügen und CDN-Wechseln. Dabei können neue Hostnamen, Weiterleitungen oder Sicherheitsregeln entstehen, die das Crawling beeinflussen. Die Freigabe auf einer alten Domain überträgt sich nicht automatisch auf jede neue Subdomain oder Sprachversion.
Rechtliche und organisatorische Hinweise
Die Entscheidung für oder gegen eine Freigabe sollte nicht ausschließlich aus SEO-Sicht getroffen werden. Unternehmen sollten prüfen, welche Inhalte öffentlich zugänglich sind, welche Nutzungsbedingungen gelten und ob interne Richtlinien zur automatisierten Verarbeitung existieren. Bei personenbezogenen oder geschützten Informationen gelten besondere Anforderungen; solche Inhalte sollten grundsätzlich nicht allein über robots.txt abgesichert werden.
Auch die Webanalyse muss datenschutzkonform eingerichtet sein. Welche Daten erhoben, gespeichert und ausgewertet werden dürfen, hängt von der konkreten Implementierung, dem Standort der Verantwortlichen und den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen ab. Für verbindliche Bewertungen ist eine qualifizierte Datenschutz- oder Rechtsberatung erforderlich.
Fazit
Der OAI-SearchBot lässt sich über eine gezielte robots.txt-Regel grundsätzlich freigeben. Entscheidend ist jedoch, ihn nicht mit GPTBot oder nutzerinitiierten ChatGPT-Abrufen gleichzusetzen. Eine Freigabe schafft technische Zugänglichkeit, garantiert aber weder Erwähnungen in Antworten noch Besucher auf der Website.
Wer ChatGPT-Traffic messen möchte, sollte Webanalyse, Server- und CDN-Logs sowie kontrollierte Kampagnenlinks miteinander verbinden. Referral-Daten können unvollständig sein, User-Agents sind nicht fälschungssicher und Bot-Abrufe sind keine Nutzerbesuche. Ein mehrstufiges Messkonzept liefert deshalb die belastbarsten Ergebnisse: Zugänglichkeit prüfen, Crawling beobachten und tatsächliche Wirkung anhand von Sitzungen und Conversions bewerten.
FAQ zu OAI-SearchBot und ChatGPT-Traffic
Was bewirkt die Freigabe des OAI-SearchBot?
Sie erlaubt dem entsprechend gekennzeichneten Crawler grundsätzlich, die freigegebenen öffentlichen URLs abzurufen. Sie garantiert nicht, dass eine Seite in ChatGPT erscheint oder dass daraus Besucher entstehen.
Ist der OAI-SearchBot dasselbe wie GPTBot?
Nein. Beide User-Agents werden unterschiedlichen Anwendungsfällen zugeordnet. Der OAI-SearchBot steht im Zusammenhang mit Suchfunktionen, während GPTBot häufig im Kontext der möglichen Modellverbesserung oder Trainingsdatennutzung genannt wird. Die jeweils aktuelle Dokumentation sollte berücksichtigt werden.
Wie sieht eine einfache robots.txt-Freigabe aus?
Eine grundlegende Regel lautet User-agent: OAI-SearchBot und darunter Allow: /. Bestehende Regeln, spezielle Verzeichnisse und mögliche CMS- oder CDN-Blockaden müssen zusätzlich geprüft werden.
Kann robots.txt sensible Inhalte schützen?
Nein. robots.txt ist eine freiwillige Crawling-Anweisung und kein Zugriffsschutz. Vertrauliche Inhalte müssen durch Authentifizierung, Berechtigungen oder andere technische Maßnahmen geschützt werden.
Wie erkenne ich ChatGPT-Besucher in Google Analytics?
Prüfen Sie Quellen- und Medium-Dimensionen nach ChatGPT- oder OpenAI-bezogenen Einträgen und vergleichen Sie diese mit Landingpages und Conversions. Da Referrer fehlen oder anders klassifiziert werden können, ist die Zuordnung nicht vollständig.
Zeigt ein OAI-SearchBot-Logeintrag einen echten Besucher?
Nein. Ein solcher Logeintrag dokumentiert zunächst nur einen automatisierten Request. Er sollte nicht als Sitzung, Nutzer oder Conversion interpretiert werden.
Warum erscheint ChatGPT-Traffic manchmal als Direct Traffic?
Beim Öffnen eines Links kann der Referrer fehlen oder durch Weiterleitungen und Browsereinstellungen verändert werden. Auch die Analyseplattform kann die Quelle anders gruppieren. Deshalb sollten Direct-Daten nicht isoliert bewertet werden.
Wie oft sollte die robots.txt kontrolliert werden?
Eine regelmäßige Kontrolle sowie eine Prüfung nach Relaunches, Domainwechseln, CMS-Updates und CDN-Änderungen ist sinnvoll. Zusätzlich sollten wichtige Änderungen dokumentiert und die produktive Datei technisch abgerufen werden.